Fellfarbe und Lebenserwartung – braune Labrador Retriever leben nicht so lange

Zwei Labrador Retriever rennen über den Strand.Forschung: Farbe eines Labrador Retriever hat Einfluss auf die Lebenserwartung

Als ich den Artikel Welche Fellfarbe ist beim Labrador Retriever die Beste geschrieben habe, ging es mir darum klar zu machen, dass es wohl eher persönliche Vorlieben sind, ob man lieber einen goldenen, schwarzen, brauen oder gar silbernen Labrador Retriever haben wollte. Oder ob es vielleicht auch nur Glück ist, je nachdem was in der Wurfkiste da ist oder am schnellsten am Welpen-Guck-Tag auf einen zukommt. Eine neue Studie zeigt aber, dass die Fellfarbe beim Labrador Einfluss auf die Lebenserwartung des Hundes hat.

Studie über Lebenserwartung bei braunen Labradoren und Co.

Eine Hundestudie aus dem Jahre 2018 zeigt, dass Labradore mit brauner Fellfarbe keine so hohe Lebenserwartung haben wie die mit goldenen oder gar schwarzem Fell.

Wie lange der Hund lebt, ist also eine Frage seines Haarkleides. Und der Unterschied ist auffallend hoch. In der Studie kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass ein brauner Labrador Retriever (auch schokoladenfarben bzw. chocolate) eine durchschnittliche Lebenserwartung von nur 10,7 Jahren hat. Das sind 1,5 Jahre weniger als ihre andersfarbigen Rassegenossen. Alle anderen Fellfarben, egal ob hellblond oder rotblond, gelb oder schwarz kamen in dieser Studie auf 12,1 Jahre.

Warum leben braune Labrador Retriever nicht so lange?

Die Forscher nehmen an, dass braune Labradore anfälliger für Krankheiten sind. Sie sollen ein größeres Risiko haben an Hautkrankheiten zu leiden oder auch an Ohrenentzündungen. Das senkt am Ende den Durchschnitt.

Aber auch die Zucht spielt wohl eine Rolle. Um einen Hund dieser Farbe zu bekommen sind nur zwei Genvarianten möglich. Bei schwarzen Labradoren ist die Vielfalt mit vier Varianten höher und auch bei gelben Labradoren gibt es mehr Abwechslung. Um einen braunen Labrador zu züchten, ist die Auswahl eingeschränkter. Was zu mehr Krankheiten beim Nachwuchs führen könnte.

Labrador Farbgene für Fellfarbe verantwortlich.

Silberne Labradore dürften eine ähnliche Lebenserwartung haben wie braune Labradore, da Silber wohl nur Farbvariante von braun ist.

Datenmaterial

Die Forscher hatten für ihre Studie die Daten von 33.000 Labradoren aus Großbritannien zur Verfügung. Diese waren 2013 bei Tierarztpraxen vorstellig geworden. Von insgesamt 2100 Hunden untersuchten sie auch noch die Daten zu Krankheiten und Sterblichkeit. Es ist wohl das erste Mal, dass innerhalb einer Hunderasse die Sterblichkeit in Hinblick auf die Fellfarbe untersucht wird.

Warum Material aus Großbritannien?

In Großbritannien gibt es das Programm VetCompass. In diesem Programm werden sehr gründlich Daten von Hunden aus britischen Tierarztpraxen gesammelt. Eine solche Datenbasis gibt es aus deutschen Tierarztpraxen nicht.

Zu den erhobenen Daten gehörten auch die zum Körpergewicht. Dieses betrug bei den Rüden 35,2 Kilogramm, bei den Hündinnen 30,4 Kilogramm. Die mittlere Lebenserwartung aller Labrador Retriever betrug 12,0 Jahre. Die am häufigsten erfasste Farbe war Schwarz (44,6 Prozent). Es folgte Gelb (mit all seinen Schattierungen, 27,8 Prozent) und Schokolade (23,8 Prozent).

Am häufigsten waren Labradore wegen Otitis externa (Außenohrentzündung, 10,4 Prozent) in Behandlung. Bereits auf Platz zwei folgten Behandlungen wegen Übergewicht und Fettleibigkeit (8,8 Prozent) und auf Rang drei degenerative Gelenkerkrankungen (5,5 Prozent). Auffällig war, dass braune Hunde überdurchschnittlich häufig wegen Ohrproblemen behandelt wurden. Eine ähnliche Auffälligkeit gab es auch bei Hautproblemen.

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