Unterschiede Labrador Retriever und Golden Retriever

Zwei Golden Retriever Hunde im Wald.Auf dem ersten Blick sind Labrador Retriever, zumindest wenn sie eine gelbe Fellfarbe haben, und Golden Retriever recht ähnlich. Auf den ersten Blick fällt vor allem auf, dass der Labrador Retriever doch ein kürzeres Fell hat und auch die Rute ist anders. Während das Fell des Labis kurz und meist glatt ist, kann das Haar eines Golden Retriever gerne auch wellig sein, aber nicht gelockt. Zudem haben die Goldies Federung an den Beinen, die einzig anerkannte Farbe ist zudem Creme und Golden (Dunkelgolden, Hellgolden, Golden, mit leichten Rotstich). Labradore können neben gelb oder golden eben auch braun oder schwarz sein. Einen schwarzen oder braunen Labrador wird man auch kaum mit einen Golden Retriever verwechseln.

Labrador vs. Golden Retriever

Auf dem ersten Bild oben links zwei Golden Retriever, kurz zu erkennen das längere Fell. Auf den anderen Bilder auf dieser Seite der Labrador.

Unterschiede im Aussehen

Drei Labrador Retriever in unterschiedlichen Fellfarben.Rassetypisch unterschiedlich ist vor allem die Rute der beiden Hundearten. Während die Rute beim Labrador Retriever in der Höhe der Rückenlinien ansetzt und sich dann bis zur Spitze verjüngt und nicht zu Unrecht auch als Otterrute beschrieben wird, die stets ein wenig unter Spannung zu stehen scheint, ist diese beim Golden Retriever ganz gewöhnlich. Eine Hunderute eben. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Golden Retriever etwas Größer

Golden Retriever werden zudem auch etwas größer als Labradore aus der Showline. Im FCI-Standard wird die Höhe eines Golden Retriever Rüden mit 56 bis 61 Zentimeter beschrieben, beim Labrador sind es dann doch nur 56 bis 57 Zentimeter. Laut dieser FCI-Rassebeschreibung gehören beidezur Gruppe 8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde. Für beide wird als Ursprung Großbritannien angegeben.

Beide Hundearten haben sich in zwischen auch in zwei verschiedene Typen entwickelt. Bei beiden gibt es die kleinere, leichtere aber auch athletischere Arbeitslinie aber eben auch die Show-Linie.

Verwendung der beiden Hunderassen

Beide Hunderassen wurden zur Jagd gezüchtet und ihr gemeinsamer Namensbestandteil, Retriever, verrät auch, dass beide zum selben Zweck eingesetzt wurden und werden. Sie sollen Kleintiere apportieren bzw. zurückbringen und das verleiht ihnen den Namen Retriever vom englischen to retrieve, zurückbringen. Beide Rassen sind daher auch gute Schwimmer und mögen Wasser.

Wesen der beiden Retrievers

Von den Anlagen her zeichnen sich alle Retriever durch eine ausgesprochene Fixiertheit auf ihren Menschen aus, da machen der Labrador und der Goldy keinen Unterschied. Beide Arten haben einen ausgeprägten Willen zu Gefallen, den sog. will to please. Auch gelten beide dank ihrer guten Verträglichkeit auch fremden Menschen und ganz besonders Kindern gegenüber und ihrer Ausgeglichenheit wegen als Familienhunde und beide werden gerne auch als Begleithunde oder auch Assistenzhunde sowie bei der Polizei oder dem Zoll eingesetzt. Wesen Labrador Retriever.

Gesundheit der beiden Retrieverrassen

Leider setzten sich die vielen Gemeinsamkeiten bei den überdurchschnittlich häufig auftretenden Erbkrankheiten fort. So kommt bei beiden Retriever-Rassen überdurchschnittlich häufig die Ellbogendysplasie aber auch die Hüftgelenksdysplasie (HD) vor. Golden Retriever können zudem auch an Epilepsie, X-Chromosomale Muskeldystrophie, Portosystemischer Shunt, Ureterektopie (Harnleiterektopie) aber auch an einer angeborenen Dysplasie der Netzhaut (Retinale Dysplasie) leiden. Auch Mastzelltumore kommen häufiger vor als bei anderen Hunderassen.

Lebenserwartung Golden Retriever und Labrador Retriever

Für mittelgroße bzw. große Hunde haben sowohl Labrador als auch Golden Retriever eine recht hohe Lebenserwartung. Sieben Prozent aller Golden Retriever sterben vor dem Alter von fünf Jahren, 13 Prozent vor dem Alter von 8 Jahren, und 22 Prozent werden keine 10 Jahre alt. Damit kann man darauf hoffen, dass der Labrador wie auch der Golden Retriever meist über zehn Jahre alt werden. Allerdings hat der Labrador eine etwas höhere Lebenserwartung, sie wird mit zwölf bis dreizehn Jahren angegeben, beim Golden Retriever liegt die Lebenserwartung bei nur zehn bis zwölf Jahren im Durchschnitt. Lebenserwartung Labrador Retriever. Lebenserwartung brauner Labrador Retriever.

Haltung der beiden Hunderassen

Labrador Tretriever trägt Dummy.Auch bei der Haltung unterscheiden sich Golden Retriever und Labrador Retriever nicht wesentlich voneinander.

Gezüchtet wurden beide für die Jagd. Daher brauchen beide auch eine gewisse Beschäftigung und Förderung im Alltag. Nicht geförderte Goldies bzw. Labis neigen ansonsten doch zu unerwünschten Verhaltensweisen, gerne auch als Unsinn beschrieben. Beide Hundearten sind daher auch bestens für die Fährtenarbeit, das Dummytraining, die Betätigung in einer Rettungshundestoffel oder einer Hundesportart geeignet.

Aber beide Hunderassen sind auch gut für die Haltung in einer Wohnung geeignet (Labrador in der Wohnung).

Wie unterscheiden sich die beiden nun?

Die beiden Retriever-Arten haben so viele Gemeinsamkeiten, das die auffälligsten Unterschiede ihr Aussehen ist. Charakter, Ursprung, Wesen sind sich ansonsten so ähnlich, dass man Unterschiede wohl konstruieren müsste.

Wofür soll man sich entscheiden?

Wenn man sich sicher ist, dass man einen eher großen bzw. mittelgroßen Hund haben möchte und auch dem Wesen der Rasse gerecht werden kann und zu dieser gehört eben, dass sie ursprünglich für die Jagd gezüchtet wurden, dann fällt die Entscheidung sicherlich schwer. Es sollte aber natürlich klar sein, dass die Fellpflege beim Golden Retriever ein wenig aufwändiger ist als beim Labrador. Wer lieber einen braunen oder schwarzen Hund möchte, dem bleibt dann nur ein entsprechend farbiger Labrador.

Zum Thema Fell bleibt noch zu sagen, dass der Golden Retriever zwar längere Haare hat, diese sich dafür aber nicht so hartnäckig in Teppiche und Polster bohren wie die kurzen Haare des Labis.

Wem das aber egal ist, wie lang das Fell ist und ob der Hund nun gelbes oder braunes oder schwarzes Fell hat (welche Fellfarbe ist besser), sollte eher darauf achten, ob er einen Hund aus der jeweiligen Arbeitslinie oder Showlinie bekommt. Die Arbeitslinie ist dann doch aktiver und braucht mehr Auslastung als der es eher gemütlicher angehende Hund aus der Showlinie. Und das gilt für Labradore wie für Golden gleichermaßen.

Hundeliebhaber und/oder Züchter, die sich mit beiden Rassen intensiv beschäftigt haben, sind häufig der Meinung, dass ein Labrador etwas aktiver ist als ein Golden. Sie seien im Durchschnitt etwas draufgängerischer als ihre Kollegen von der Golden Retriever Art.

Fazit: Es sind beides tolle Hunderassen, die sich nur in Nuancen unterscheiden. Wer einen freundlichen Hund sucht, der gerne mitarbeitet, sportlich ist und sich in einer Familie wohl fühlt, wird vom Golden Retriever wie auch vom Labrador Retriever sicherlich begeistert sein.

In der Übersicht Steckbrief Golden Retriever und Labrador

Steckbrief Labrador Retriever Steckbrief Golden Retriever
Name: Labrador Retriever, Labrador, Labi Golden Retriever, Goldie
Herkunft: Neufundland (Kanada), Großbritannien Großbritannien
FCI Gruppe Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
Standard Standard Nr. 122, offizieller Rassestandard des FCI Standard Nr. 111, offizieller Rassestandard des FCI
Datum der Anerkennung: 24. Dezember 1954 2. Dezember 1954
Hundegröße: Mittelgroß bis groß (54 bis 57 Zentimeter Schulterhöhe), Hündinnen etwas kleiner Mittelgroß bis groß (56 bis 61 Zentimeter Schulterhöhe), Hündinnen etwas kleiner
Aussehen Der Labrador Retriever ist ein kräfit gebauter Hund. Der Kopf ist breit und der Stopp deutlich zu sehen. Die Bezeichnung Otterrute sagt schon einiges aus, gerade im Wasser leistet sie auch hervorragende Dienste. Diese hat einen dicken Ansatz und verjüngt sich allmählich. Sie ist mit dem typischen kurzen und dichten Fell bedeckt. Der Golden Retriever ist eine mittelgroße, kräftig gebaute Rasse mit einem dichten, wasserabweisenden, meist gewelltem Fell in den Farben Gold bis Creme mit guter Befederung an der Rückseite der Vorderläufe, der Unterseite des Schwanzes, sowie im Brust- und Bauchbereich.
Gewicht 25 bis 35 Kilogramm, Showline schwerer, Hündinnen leichter 29 bis 34 Kilogramm Rüden. Hündinnen leichter.
Varianten: Showlinie, Arbeitslinie Britische Golden Retriever, Amerikanische Golden Retriever, Kanadische Retriever
Lebenserwartung: ca. 12 Jahre ca. 10 bis 14 Jahre
Bewegungsdrang: hoch
Geeignet als: Apportierhund (Jagd), Blindenhund, Assistenzhund, Begleithund, Familienhund, Hund für sportliche Menschen
Charakter kinderlieb, liebevoll, sensibel, treu, sanftmütig, wasseraffin aktiv, freundlich, kinderlieb, intelligent, folgsam, leichtführig
beide mit dem sog. will to please
Fell: kurz, dichtes Unterhaar, zwar pflegeleicht, haart aber stark, stockhaarig glatt oder wellig, gold bis cremefarben, etwas länger, mit Befederung
Fellfarben schwarz, gelb (golden) bis hellgelb fast weiß, schokoladenbraun creme bis gold, rotgold

Funfact Golden Retriever

Bis 1959 war man sich sicher, dass die Hunderasse von russischen Zirkushunden abstammte. Sie seien von Dudley Marjoribanks, 1. Baron Tweedmouth in England gekauft und nach Guisachan in Schottland gebracht worden. Da glücklicherweise das Zuchtbuch von Marjoribanks auftauchte, steht nun fest, dass dieser ab dem Jahr 1864 gelbe Retriever mit welligem Fell mit dem heute ausgestobenen Tweed Water Spaniel verpaarte. Aus diesen Zuchtanfängen, ohne russische Zirkushunde, entwickelte sich dann der Golden Retriever.