Ab wann dürfen Labrador Welpen Treppen laufen?

Labrador auf der Treppe.Wenn ein kleiner Labrador Welpe einzieht heißt es, wenn Treppen im Haus sind, sportlich werden. Denn der Labrador zählt zu den großen Hunderassen und die dürfen bzw. sollten in den ersten Monaten keine Treppen laufen. Und so stellt sich irgendwann die Frage, ab wann darf ein Labrador Welpen selbst Treppen laufen oder andersrum gefragt, wie lange muss ich einen Labrador Welpen die Treppe hochtragen?

Treppe laufen beim Labrador Welpen

Einfache Antwort:

Ein Labrador Welpen darf so lange keine Treppen laufen bis Herrchen oder Frauchen ihn nicht mehr tragen kann.

Desto später das der Fall ist, umso besser für die Gelenke und die Hüfte des kleinen Labradors. Und bis er ausgewachsen ist und sich die Muskeln gut entwickelt haben, sollte der Labi auch nur Treppen laufen, wenn es notwendig ist. Aus dem gleichen Grund sollten Welpen auch noch nicht so lange spielen, die Knochen sind noch zu weich, der Hund noch nicht so ganz fertig, im Wachstum gilt einfach Schonung.

Warum sind Treppen für Labrador Welpen erst einmal tabu?

Bei größeren Hunderassen müssen die Gelenke während der Aufbauphase geschont werden. Vor allem das Treppe hinunter laufen ist für die Gelenke gar nicht gut. Dazu kommt, dass sich erst zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat eine gewisse Körperbeherrschung beim Labi einstellt. Gleichzeitig findet zwischen dem zweiten und achten Monat von Welpen ein Großteil des Skelettwachstums statt.

Hat der Labrador diese Körperbeherrschung, dann kann man den Kleinen auch ab und an mal ein, zwei Stufen gehen lassen, schließlich soll der Hund später ja auch keine Angst vor Treppen haben. Die wichtigen Muskeln, die helfen, die Sache mit den Treppensteigen besser anzugehen, bilden sich aber erst ab dem achten Monat. So richtig aufgebaut werden die Muskeln aber sogar erst in der zweiten Wachstumsphase und die findet erst statt, wenn der Labrador bereits Junghund ist und schon 1,5 Jahre alt. Entwicklung Labrador Welpe.

Bis dahin haben Muskeln wenig mit Stützen zu tun. Die noch nicht fertigen Knochen und Gelenke tragen also die Hauptlast und die ist beim Treppe laufen eben enorm. Und gerade beim Labrador, der oft unter Hüftgelenkdysplasie leidet, sollten gerade die Hüftgelenke geschont werden.

Schonung in der Wachstumsphase

In der wichtigen Wachstumsphase der ersten Monate werden aber gerade bei großen Hunderassen Weichen für den späteren Verlauf ihres Lebens gestellt, ein frühes Treppe hinaufsteigen oder Herunterflitzen könnte aber zu späteren Problemen mit den Gelenken führen. Daher trägt man Welpen der großen Hunderassen möglichst lange über das Hindernis Treppe hinauf bzw. hinunter.

Gute Körperbeherrschung beim Labrador Retriever

Wenn der Welpe eine gute Körperbeherrschung hat, kann man sich aber beim Gassi gehen schon mal die eine oder andere kürzere Treppe mit zwei, drei Stufen suchen und den Kleinen hier schon mal das Treppe hinauf steigen üben lassen. Aber auch bei nur zwei, drei Stufen hinauf, das Treppe hinunter laufen sollte noch nicht ausgiebig auf dem Übungsplan stehen. Und mit Üben ist hier keinesfalls gemeint, dass man den Labi Welpen das dann mehrfach wiederholen lässt, sondern das man ihn eben einfach drüber gehen lassen kann.

Wie trägt man den Labrador Welpen die Treppe hinauf?

Tsja, einfach auf den Arm nehmen. So hat die ganze Übung natürlich auch den Vorteil, dass sich der Welpe so lange er noch klein und handlich ist, gleich mal dran gewöhnen kann, nicht selbstbestimmt einfach durch die Gegend zu flitzen. Wer möchte kann das ganze natürlich auch mit einer Übung versehen und den Welpen über die Schultern tragen. Bei einem Hund, von dem man annimmt, dass er irgendwann mal 70 oder 80 Kilogramm auf die Waage bringt, lohnt sich die Übung kaum. Hat man aber einen normalen Labrador, der ja ausgewachsen meist um die 30 Kilogramm liegt, könnte es vielleicht irgendwann mal nützlich sein, seinen Hund so tragen zu können.

Ist es schlimm wenn der Labi Welpe doch mal Treppe läuft?

Labradore und große Hunde sollten keine Treppe laufen. Ist es doch mal passiert besteht kein Grund zur Panik. Hat man es rechtzeitig gemerkt, sollte man dem Kleinen natürlich den Rückweg ersparen. Und bloß nicht schimpfen. Irgendwann soll er oder muss er ja doch mal Treppen steigen und erinnert sich womöglich dann ans Schimpfen und Verbot. Oder der Labrador bekommt Angst vor Treppen. Wobei es beim Labi fast keine Angst gibt, die mit Leckerchenübungen nicht zu beheben wäre 🙂 Jedenfalls wenn es um so einfache Ängste geht.

Besser als Schimpfen ist Unterbinden. Also die Treppe am besten absperren. Dafür reicht im Regelfall ein einfaches Brett aus. Allerdings steigt dann natürlich das eigene Risiko im Haushalt an, wenn man meint dieses Brett einfach übersteigen zu können, statt wegzuschieben. Ich spreche da aus eigener schmerzhafter Erfahrung.

Unser Labrador und die Treppen

Zwar hatten wir schon Hunde bevor unser ca. 9 Wochen alter Labrador Welpe bei uns eingezogen ist, aber die Welpenphase meines eigenen Hundes lag schon lange zurück und den anderen Hund hatten wir als ausgewachsenen Vierbeiner übernommen. Von meinem eigenen Hund, einen Dobermann-Schäferhund Mischling erinnerte ich mich aber noch genau, dass er die ersten zwei, drei Wochen überhaupt keine Treppen steigen konnte. Der Welpe konnte ja kaum über die Stufe gucken. Da ich damals im ersten Stock gewohnt hatte, hieß das automatisch hoch und runter tragen.

Da wir das Verbot Treppe für Labradore schon kannten, war uns auch klar, Treppe steigen ist erst mal nicht. Da ich aber annahm, dass ein Labrador und ein Schäferhund-Dobermann Mischling in etwa gleich groß werden, ging ich davon aus, dass der Neuankömmling in unserem Haus noch gar keine Treppe steigen kann. Fehlannahme.

Der Welpe war gerade eingezogen, da musste ich mal ganz kurz in mein Arbeitszimmer in den ersten Stock. Also Welpen unten gelassen, Herrchen war ja auch noch da und mal schnell hochgehuscht. Ich stand am Schreibtisch und hörte zielstrebiges Tapsen. Der Hund war fast so schnell wie ich mit meinen längeren Beinen die Treppe hochgewetzt. Ein Treppen laufendes Naturtalent sozusagen.

Darauf hinhaben wir mit zwei Holzplatten oben und unten abgesperrt. Hielt keine drei Tage, da stand ich wieder oben und es tappst der Welpe ins Arbeitszimmer. Da ist er halt an der Seite vom Treppengelände durch. Den Weg haben wir dann auch versperrt, dann war erst mal Ruhe.

Und so trugen wir erst sechs Kilo und später immer mehr Kilo Hund Abends bzw. Nachts die Treppe hoch und morgens wieder hinunter.

Als unser Labrador Tonko dann 22 Kilogramm auf die Waage brachte, habe ich aufgegeben. Da war er allerdings noch keine acht Monate alt. Herrchen hat noch ein paar Tage länger durchgehalten. Aber auch wenn unser immer größer werdende Labrador nun selbst Treppe steigen konnte und leider auch musste. Die Bretter blieben oben wie unten noch eine ganze Weile bestehen, da Tonko ja nur zum Schlafen nach oben sollte.

Und noch heute ist es so, dass er nur selten in die erste Etage hoch geht. Weiterhin heißt es also Nachts hoch die Treppe, morgens runter. Allerdings hat er seinen beliebten Platz auf dem ersten Treppenabsatz, wohl wegen dem guten Überblick.

Ach ja, die Bretter zum Absperren. Irgendwann hatte sogar ich gelernt, dass es besser ist das Brett kurz in die Hand zu nehmen und zur Seite zu schieben um durchzukommen als drüber zu steigen. Insbesondere Treppe runter laufend bin ich vor dieser Erkenntnis so manches Mal drüber geknallt.

Auch Sprünge sollten beim Welpen tabu sein

Wer auf Nummer sicher gehen will, erspart seinem Labrador in den ersten Monaten auch Sprünge in größere Höhen und von diesen hinab. Vor allem wer ein Auto hat, bei dem die Ladefläche etwas höher liegt, gewöhnt sich am besten auch gleich an, den Hund ins Auto hineinzuheben bzw. herauszuholen.

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