Was für ein Charakter hat ein Labrador?

Labrador Retriever steht am Strand.Jeder Hund hat natürlich seinen eigenen Kopf und damit auch Charakter. Aber da der Charakter eines Hundes und damit auch eines Labradors stark vom rassespezifischen Wesen beeinflusst wird, kann man schon einige Grundvorhersagen machen. Zum Wesen kommt aber immer auch die Erziehung. Und der Halter. Bei allen Hunden und eben auch beim Labrador Retriever.

Von der Definition her ist Charakter das, was einen Hund individuell ausmacht. Der Charakter wird aber immer auch durch ererbte (in diesem Fall sein Wesen) aber eben auch durch erworbene Eigenschaften (Sozialisation, Erziehung, Einfluss von Umwelt und natürlich seiner Familie) gebildet.

Charakter Labrador Retriever

So wird den Labradoren ein ausgesprochener Wille nachgesagt Gefallen zu wollen. Will-to-please heißt das in der Hundefachsprache. Aber auch wenn ein Labi Gefallen möchte, das heißt nicht, dass man diese Hunderasse nicht erziehen müsste. Und oft genug wird man dann auch einen kleinen dickköpfigen Charakter vorfinden, der eben bei allem Willen zu Gefallen ab und an eben auch an andere Dinge denkt wie Fressen oder Unsinn machen.

Temperament und Wesen Labrador

  • Intelligent
  • Nett
  • Agil
  • Ausgeglichen
  • Kontaktfreudig
  • Zutraulich
  • Sanftmütig

Je nach dem, wie sehr diese einzelnen Wesenszüge ausgeprägt (und auch gefördert) sind, ist auch der individuelle Charakter des Labradors dann. Der Mix bestimmt dann das eigentliche Temperament deines Hundes.

Labrador: Großer Hund mit Temperament

Typisch Labrador Retriever.Was viele Menschen auch unterschätzen ist, dass ein Labrador nicht gerade ein kleiner Hund ist. Er gehört zwar nicht zu den Riesen, wird aber durchaus schon zu den großen Hunderassen gezählt. Es wird gerne unterschätzt, dass Labradore jede Menge Kraft haben und diese auch einsetzen können. Hat man dann bei der Erziehung des Welpen geschlampt (ach lass ihn doch, der ist doch noch so süß und klein), kann man durchaus trotz des guten Wesens, den diese Hunderasse zu eigen ist, später mit einem richtigen Charakter-Kopf (auch Dickschädel genannt) durchaus Probleme bekommen. Den das Wesen eines Hundes ist nur die Basis. Stimmt später die Sozialisation und die Erziehung nicht, dann kann auch ein Labrador unerwünschte Charakterzüge zur Schau stellen.

Sozialisation und erste Erfahrungen

Wer aber bei Sozialisation, die beginnt bereits für den Welpen beim Züchter und wird vom neuen Halter nur fortgesetzt, und Erziehung nicht schlampt und dem Wesen des Labradors Tribut zollte, wird mit einem fabelhaften Hund mit tollen Charakter belohnt. Wem aber nicht klar ist, dass zum Wesen des Labis eben gehört, dass er ursprünglich eben als Apportierhund für die Jagd gezüchtet wurde und daher auch durchaus Anleitung und vor allem Beschäftigung benötigt, wird insbesondere bei einem dann noch intelligenten Hund am Charakter verzweifeln können.

Nicht immer hat es also alleine etwas mit dem individuellen Charakter eines Hundes bzw. Labi zu tun, wenn ein Halter scheitert. Oft genug wurden vorab nicht genug Informationen über das Wesen der Rasse eingeholt oder familienfreundlich wurde verwechselt mit einem Dauerdasein als Schlafmütze. Und eine Schlafmütze ist der Labi mit Sicherheit nicht. Dafür hat er ein zu aufgewecktes Temperament, er ist eben auch agil und intelligent. Um ausgeglichen zu sein, benötigt er aber auch Forderung und Förderung. Wesen des Labrador

Charakter bzw. Wesen verändert sich auch

Unser Labrador hat zum Beispiel einen total lieben Charakter. Allerdings hat sich das, wie sich der Charakter zeigt, durch seine Erfahrung auch schon etwas verändert. Als er noch jünger war, hat er alles freudig schwanzwedelnd begrüßt. Ein anderer Mensch? Ein anderer Hund? Im ersten Augenblick war das erst mal immer toll. Durch sein offenes Wesen war unser Labi dann auch immer voll Begeisterung und versuchte neugierig wie er nun mal gewesen ist, das Neue auch gleich kennen zu lernen. Das hat sich aber im Laufe der Zeit verändert. Vom Charakter her ist unser Labrador natürlich offen und freudig geblieben, aber die Erfahrung hat diesen Charakterzug eben mit Vorsicht gepaart. Denn schließlich blieb es leider nicht aus, dass unser Hund auch mal auf ein Exemplar Hund traf, das äußerst genervt war oder Revier verteidigen wollte und mindestens geknurrt hat. Oder eben von sich aus einfach auf Angriff gegangen ist.

Charakter des Hundes oder des Halters?

Bei der eigenen Einschätzung des Charakters eines fremden Hundes bleibt es natürlich nicht aus, dass auch Vorurteile an die Stelle einer gerechten weil objektiven Beurteilung stehen. In Situationen, in denen man oft aber auch Sekundenschnell entscheiden muss: Weiterlaufen oder doch besser die Straßenseite oder Richtung wechseln, bleibt es aber auch nicht aus, dass man zunächst Aussehen des anderen Hundes oder des anderen Herrchen oder Frauchen bewertet. Nicht immer liegt man mit seinem ersten Urteil dann bei der Beurteilung des anderen Charakters richtig.

Wir haben mal in einer Siedlung gewohnt, da gab es in der einen Straße neben unseren Labi noch vier andere. Mit den anderen Labradoren durfte unserer Spielen, nur mit einem nicht. Da hat Frauchen immer einen ganz verkniffenen Gesichtszug bekommen, wenn sie uns gesehen hat. Und ihr Hund knurrte und bellte uns immer an. Klar, immer wenn sie uns sah, zerrte sie ihn auf Extrakurz. Also lernte der andere, wir sind mindestens böse, wenn nicht sogar gefährlich. Auch wenn er knurrte und bellte, einen schlechten Charakter hatte der Hund, der nicht spielen durfte (er war zwölf Jahre alt und Frauchen hatte eben wahnsinnige Angst um seine Knochen und Gelenkte), eben nicht. Er war allenfalls etwas unausgelastet.

Irgendwann klingelte es bei uns nachts an der Haustür. Vor der Tür eine Nachbarin, die einen Labrador dabei hatte. Ob das unserer wäre, der irrte hier durch die Straßen. Unserer lag bereits bei Herrchen und schnarchte, ich nahm den fremden Labi dann erst mal bei uns auf in den Garten. Ein total lieber, etwas magerer aber durchaus gepflegter Hund, verschmust, liebebedürftig, zutraulich etc. Nach zwei Stunden klingelte es dann erneut, der Besitzer hatte den Armen aus Versehen ausgesperrt als er am Abend zur Arbeit gefahren war und nun eben vermisst. Und wer war es? Richtig, der Hund, der, wenn er in Begleitung von Frauchen war, mich und meinen Labi immer angeknurrt und angegiftet hat. So ganz alleine, ohne Leine und ohne Beeinflussung war es der liebste Labrador der Welt. Hätte ich ihn in der Dunkelheit gleich erkannt, wäre ich sicherlich vorsichtiger mit ihm umgegangen. So war es eben erstmal nur ein fremder Labrador, von dem ich automatisch annahm, dass sein Charakter dem unseres Hundes glich. Er also freundlich und zutraulich sein würde.

Danach liefen Hundebegegnungen zwischen ihm und uns auch deutlich entspannter ab.

Fellfarbe hat keinen Einfluss

Zwar hat die Fellfarbe eines Labradors keinen echten Einfluss auf seinen Charakter, dennoch kann es passieren, dass helle Hunde dieser Rasse einfach als freundlicher und netter empfunden werden. Das wir bei Hunden mit dunkler bis schwarzer Fellfarbe, insbesondere bei der Größe und dem Aussehen des Labradors eher vorsichtig sind, hängt wohl auch damit zusammen, dass es uns schwerer fällt, seine Gesichtszüge zu erkennen. Dennoch: Ein schwarzer Labrador kann ebenso freundlich sein, wie ein Heller biestig. Welche Fellfarbe ist am besten?